Unabhängige Wirtschaftsnachrichten --
aktuell:
Onlinebanking: das PIN/TAN-Verfahren ist sicher genug
In den vergangenen Jahren wurde
das im
Online-Banking üblich Verfahren mit
Persönlicher Identifikationsnummer (PIN) für
die Einwahl und Transaktionsnummer (TAN) für die

elektronische
Unterzeichnung einzelner Aufträge an die Bank einer kritischen
Untersuchung unterzogen. Trotz zahlreicher -- oftmals allzu
phantasivoller -- thoretischer Szenarien, die durch optisch
wirkungsvoll aufgemachte aber inhaltlich wenig überzeugende
Filmbeiträge in verschiednen sogenannten Verbrauchermagazinen
zahlreicher
Fernsehsender ausgestrahlt wurden, hat sich das PIN/TAN-Verfahren in
der Praxis bewährt. Auch nach jahrelanger Nutzung
im alltäglichen Einsatz sind bei diesem Verfahren keine
größeren Sicherheitslücken aufgetreten.
Lediglich der "Faktor Mensch" bleibt hier als "schwächstes Glied
in der Ketter" der Sicherheitsmaßnahmen. Dies ist jedoch auhc bei
jedem anderen Vorgang im Alltag der Fall -- auch beispielsweise bei
Barabhebungen am Bankschalter (oder Geldautomaten). Darauf
zurückzuführende Schadensfälle können mithin nicht
dem System von PIN und TAN angelastet werden.
Daß auch Betrüger und Ganoven die Sicherheit des
PIN-TAN-Verfahrens an sich erkannt haben, beweist die Zunahme von
sogenannten "Phishing"-Versuchen. Diese vom englischen Begriff
Fishing abgeleitete und mit einer
Insider-Schreibweise aus der Cracking-Szene für
Phreaking oder
Just any sort of phoney stuff
vermischte Bezeichnung beschreibt jedes Handeln, durch das in
betrügerischer Absicht und im übertragenen Sinne mit "Netzen"
nach Geheimzahlen (oder Kennworten) "gefischt" wird. Solche "Netze"
bestehen in den meisten Fällen in E-mails, durch die Benutzer von
Diensten im Bereich Onlinebanking oder von anderen WWW-Anwendungen mit
sensiblen Inhalten zur vermeintlich authentifizierenden Eingabe ihrer
Codes oder auch ganz Plump deren Nennung am Telefon aufgefordert werden.
Da sich in der "Gruppe Mensch" in der Tat immer wieder erstaunlich
dämliche "Einzelmitglieder" befinden, gelingen solche Tricks --
und zwar trotz aller Warnungen offenbar erstaunlich oft.
Die bloße Tatsache jedoch, daß Angreifer sich auf diese -- f
ür
sie wohl letzte -- Möglichkeit spezialisieren, ist ein starker
Hinweis auf die eigentliche Sicherheit des PIN/TAN-Verfahrens, das
nämlich Bösewichten keinen anderen Ansatzpunkt mehr bietet.
Wenn manche Banken, wie in den letzten Wochen und Monaten geschehen,
nunmehr "neue" oder erweiterte
Verfahren wie "iTAN" (indizierte TA-Nummern) oder den Zwang zur
zusätzlichen Eingabe revolvierender Einmalkombinationen, die
dynamisch erzeut und beim Login abgefragt werden, einführen, ist
dies mehr
Augenwischerei denn zur Absicherung der Web-applications zum
Onlinebanking notwendig: denn ganz im Gegensatz zur
Umständlichkeit der Benutzung, wird hierdurch die Sicherheti der
Bankbenutzung im WWW nicht erhöht; der "Risikofaktor Mensch"
gemäß obiger Schilderung bleibt. Lediglich dem Anschein der
Sicherheit -- und damit bloß einer Marketing-Frage der Bank --
wird damit auf Kosten der Benutzungfreundlichkeit und der Interessen
des Kunden gedient.
Wie jede überstürzte Sicherheitsmaßnahme
können auch solche Lösungen einer qualifizierteren
Betrachtung nicht standhalten.